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14:38 Uhr ⋅ 25.08.2011

RTL Explosiv – Niveauloser Bericht zur gamescom 2011

Offenbar ist ernsthafter Journalismus für den Sender RTL zu schwer. Stattdessen werden nämlich alle Gamer in einem Bericht zur gamescom 2011 durch den Dreck gezogen. Das ist einfach. Das ist absolut niveaulos.

„Sollten irgendwann einmal doch Außerirdische auf der Erde landen, könnten sie auf folgender Veranstaltung wirklich enge Freundschaften schließen“, moderierte Nazan Eckes den lächerlichsten Bericht, den ich zur gamescom sehen durfte, an. Allein diese reißerische Aussage ist komplett fehl am Platz. Dass danach kein intelligenter Beitrag folgen wird, sollte nicht schwer zu erraten sein.

Während die anderen Journalisten nach dem Messe-Highlight fragen, will RTL wissen, ob einer der Spieler eine Freundin hat. Das fällt doch wirklich unter seine Privatsphäre. Zudem hat solch eine Frage nichts in einem Bericht zur gamescom zu suchen. Der Beitrag ist nur so von Verallgemeinerungen und Vorurteilen übersät: Gamer finden keine Freundin, stinken, sind ungepflegt und blöd. Die bei RTL Explosiv arbeitenden Redakteure sind derart oberflächlich – das ist nicht zu fassen. Der Hausmeister Oliver liefert aber genau die richtige Antwort: „Ich bin so wie ich bin.“ Sehr gut!

Irgendwann in seinem Leben steht jeder pubertierender Junge vor der Frage: Kaufe ich von meinem Taschengeld einen Rasierapparat oder doch lieber ein Computerspiel.

Sollte das etwa lustig sein? Ersetzt das Wörtchen „jeder“ mit „kein“. Dann ist es wieder glaubwürdiger. Man fragt sich langsam, wo RTL Explosiv dieses Pseudowissen hernimmt. Es ist zwar nur ein kurzer Ausschnitt, aber der reicht bereits, um die Lächerlichkeit des Berichtes wiederzuspiegeln.

Es wurden ganz simpel Extrembeispiele herausgefischt, um dem Zuschauer gar keine Möglichkeit zu eröffnen, sich selber eine Meinung bilden zu können. Das ist die schlechteste Art von Journalismus, die es gibt. Reine Meinungsmache. Propaganda. Im Hintergrund erzählt uns der Sprecher auch noch, dass man auf der Messe eher auffallen würde, wenn man nicht verkleidet ist. Nun gut, man sieht im Vordergrund zwei Verkleidete … aber die restlichen Besucher, die durch das Blickfeld der Kamera gehen, sind es nicht. Da fragt man sich doch, für wie blöd RTL seine Zuschauer hält.


Es kommt noch dicker: Hostesse Laura Da Silva (alias Laura Schen), die angeblich eine Studentin sein soll, teilt uns Gamer in drei Typen ein: die Verkleideten, die Introvertierten und die Ungepflegten. Geht es eigentlich noch beleidigender? Für mich gehört sie zum Typus Oberflächlich mit minimalistischen Gehirn. So schnell dürfte sie dort keine Arbeit mehr finden.

Die Gamer sind schon lange keine Randgruppe mehr. RTL hat es sich mit diesem Bericht endgültig verscherzt.


Über den Autor

Stephan Schwab
Chefredakteur
Meine hauptsächliche Aufgabe ist das Verfassen von den verschiedensten Artikeln. Außerdem organisiere ich die Arbeit der Redakteure.
Lieblingsspiele: Splinter Cell 1-3, Final Fantasy (komplett), Heavy Rain




 
 

 

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