Eine zerstörte Welt, ein kleiner Held und ein ständiger Kommentator – das ist Bastion. Was Bastion noch ist, lest ihr hier in diesem Testbericht.

 

Die nervige Stimme neben mir

Wir kennen es oft von unseren Mitmenschen, die sich Freunde schimpfen. Da lädt man sie zu sich nach Hause ein, um mit ihnen das neue „Battlefield“ im Solo-Modus zu spielen und da kommen immer diese nervigen Kommentare, die alles besser wissen. Von „Hey, dahinten“ über „Schieß doch mal!“ bis hin zu „Ich hätte das aber jetzt anders gemacht“ ist alles dabei und der ehemalige Freund wurde zur reinen, Spielspaß zerstörenden, Hass-Person. Ganz anders hingegen macht es Bastion. Das Xbox Live-Arcadespiel, welches mit dem Summer of Arcade-Event auf die heimische Xbox 360 kam, zaubert aus der nevigen Stimme im Hintergrund ein Feature, welches die Story voran treibt und oft für witzige Momente sorgt.

Die Abgründe einer Welt

BastionDoch worum geht es in Bastion? Bastion wirft einen schnell in das kalte Wasser der Story und geizt mit dem Rettungsring. So erfährt man weder Name noch Hintergrund unseres kleinen weißhaarigen Helden. Wir erwachen eines Tages in unserem Bett und finden unsere Welt in Trümmern. Kämpfend und fallend ziehen wir so von Bruchstück zu Bruchstück. Besiegen Öl-Geister und mechanisches Getier. Sammeln Erfahrungspunkte und steigen im Level auf. Alles kommentiert von der unbekannten Erzählerstimme. So berichtet sie davon, was wir als kleiner Held getan haben und gleich tun werden und löst den dicken Story-Nebel ein wenig auf. Mit einer sehr guten englischen Stimme – wird Deutsch untertitelt – berichtet der Erzähler so von unseren Taten. Auch den einen oder anderen witzigen Kommentar gibt es zu hören, wenn man sich dann doch nicht so geschickt anstellt. Zum Beispiel, wenn man unfreiwillig in einen Abgrund fällt, ertönt ein: „Und er fiel herunter. Nein, doch nicht. Spaß!“ Da kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Das ist klasse und passt perfekt in die Welt von Bastion! Was man auch zum Grafikstil sagen kann, der mit einem starken Comic-Look daher kommt und voller Details steckt. Als letzter Punkt im Gerüst der Kunst spielt noch die Musik, die stimmungsvoll die Welt thematisiert und niemals nervig ist, eine wichtige Rolle. Außer bei der stimmlichen Untermalung – wo man sich ruhig mehr Abwechslung gewünscht hätte – gibt es auch beim Sound keine Kritik. Denn so ist Bastion ein schönes Kunstwerk zum Genießen.

Pimp my Bastion

BastionAm Anfang, da war das Tutorial. In den ersten Minuten mit Bastion erläutert uns das Spiel die Kampfsteuerung und diese geht locker von der Hand. Wir haben zwei Waffenarten, Nah- und Fernkampf, können aktiv blocken und uns rollen, um Gegnern auszuweichen. Außerdem besitzen wir noch Spezialfähigkeiten die Energie benötigt, welche man per kleinen Flaschen auffrischen kann. Diese Fähigkeiten beziehungsweise Attacken reichen von Granaten  bis hin zum Hammerwirbelsturm. Mit diesen Fähigkeiten lassen sich die zahlreichen Gegner noch schneller ins Grab schicken. Neben den Flaschen gibt es noch Lebensauffrischer und Tropfen. Tropfen sind die Währung und Erfahrungspunkte in Bastion. So steigt man langsam im Level auf und schaltet dadurch neue Plätze für die Spirituosen frei. Richtig gehört – unser kleiner Held säuft sich stärker. Wir können uns, bei Level-up, für eine passive Fähigkeit entscheiden, die entweder unser Kampfkraft steigert oder den Verteidigungswert erhöht. Außerdem steigt bei einem Level-up der Gesundheitsbalken. Mehr geschieht nicht. Eine Individualisierung findet in Bastion leider in keiner Form statt. Schade. Weiter kann unser Held noch seine Waffen auf bis zu 3 Stufen ausbauen, die verschiedene Effekte auf die Waffe haben. So steigen wir z.B. die Schlagkraft unseres Hammers. Nach dem wir das Tutorial gemeistert haben landen wir auf der Namensgebenden Bastion. Von diesem Ort aus wählen wir per Map die nBastionächsten Schauplätze oder Arenen, in denen wir besondere Gegenstände erkämpfen können. Doch die Bastion bietet noch eine Besonderheit. Sie lässt sich ausbauen. Nach jedem erledigtem Level erhalten wir einen Kristall, mit dem wir neue Bauflächen auf der Bastion freischalten können. Auf diesen können wir Gebäude bauen, in denen wir unsere Waffen ausbauen und auswählen und die Passivfähigkeiten wechseln. Pro weiterer Baufläche können wir mehr Gebäude bauen. Der Bastion-Ausbau ist eine lustige Sache, die sich auch super in die Geschichte einfügt, da die Welt in Bastion völlig zerstört ist.

 

Fazit:

Bastion macht Spaß. Keine Frage. Die stimmungsvolle Umgebung, der Erzähler, die Bastion und die Kämpfe machen Spaß und machen aus „Bastion“ ein Kunstwerk in digitaler Form. Nur leider besitzt das Werk risse. Es ist oft zu hektisch und durch die reine englische Sprachausgabe, bekommt man im Kampf wenig von der Story mit. Außerdem sind die Kämpfe zu leicht und man erreicht schnell den Maximalwert der Waffen. Dabei hat man noch nicht mal die Hälfte des Spiels erreicht. Doch wer es bis zum Ende schafft, wird ein wundervolles Spiel erleben, was voller Liebe im Detail einen unterhält. Auch weil die nervige Stimme hier viel angenehmer ist.


Über den Autor

Tony Klemm
Redakteur
Ich kümmer mich um den Video Bereich, die Community sowie dies und jenes. Außerdem schreibe ich Tests, Kolumnen und Artikel.
Lieblingsspiele: BioShock 1&2, Alan Wake, The Witcher 1&2, Assassins Creed (komplett)