„Alle Jahre wieder“ heißt es für die Spielereihe „Call of Duty“. Millionen Spieler auf der Welt eifern jedem neuen Titel entgegen und sind jedes Mal überrascht oder enttäuscht. Ist es dieses Jahr anders? Nein. Genaueres erfahrt ihr im Test.

„Call of Duty“ hat es nicht leicht in der Gaming-Community. Entweder wird es geliebt oder gehasst. Spiel des Jahres oder nur ein weiteres Add-on. Jeder hat seine eigene Meinung gegenüber dieser Spielereihe und vertritt sie für immer oder lässt sich doch noch irgendwie umstimmen. Zum Letzteren findet sich einiges im Fazit.

 

Der dritte Weltkrieg

Der Einzelspieler in „Modern Warfare 3“ beginnt da, wo „Modern Warfare 2“ endete. Ihr seid Soap MacTavish. Verwundet werdet ihr auf einer Trage transportiert. Ehe man herrausfindet, wo man sich gerade befindet, wechselt man in typischer „Call of Duty“-Manier die Rolle und kämpft sich als Delta-Force Soldat durch New York und Scharen von Russen. Genau an dieser Stelle sollte jedem Spieler klar sein, dass der dritte Weltkrieg augebrochen ist. Verschiedene Ecken und Gebäude in New York dienen als Schauplatz für die erste Mission, welche als Ziel die Zerstörung eines russischen Störsenders beinhaltet. Nach der Zerstörung des Störsenders beginnt eine der ersten actionreichen Szenen. Als Spieler springt man in den Hubschrauber und bemannt die vorhandene Gatling-Gun. Erst schießt man nur auf einige Gegner, die sich auf dem gegenüberliegenden Gebäude befinden, aber sobald dies erledigt ist, tauchen zwei feindliche Helis auf und feuern was das Zeug hält. Gekonnt fliegt euer computergesteuerter Pilot durch die Häuser-Schluchten und versucht, beide Verfolger abzuhängen. Indes schießt ihr wie wild auf die feindlichen Hubschrauber und könnt beide erfolgreich in die ewigen Jagdgründe schicken. Euer Pilot hat euch währenddessen in die Nähe eines großen Gebäudes, welches noch einer Baustelle gleicht, manövriert. Endlich in Sicherheit. Falsch, denn in genau diesem Moment steigt ein weiterer feindlicher Heli vor euch empor. Durch ein Manöver eures Piloten befindet ihr euch auf der anderen Seite der Baustelle. Nach ein paar Salven erliegt auch dieser Feind eurer Gatling-Gun. Wieder ein Aufatmen und das Gefühl sicher zu sein. Bis einem auffällt, dass der abstürzende gegnerische Hubschrauber das eigene Gefährt streift und somit Turbulenzen verursacht. Dank dem Können des Piloten wird Schlimmeres verhindert und ihr könnt genüsslich zuschauen, wie die Baustelle vor euch durch den Absturz des zuvor abgeschossenen Gegners in Flammen aufgeht und explodiert. Eine angemessene Belohnung für das Abschließen der ersten Mission – und „Modern Warfare 3“ hat noch viel mehr solcher Momente zu bieten, die euch vergessen lassen, dass ihr gerade ein Spiel spielt. Man fühlt sich wie in einem Michael Bay-Film.

 

Explosionen, aber…

Wofür? „Modern Warfare 3“ ist ein sehr bombastisches Erlebnis, aber wenn man richtig hinschaut, erkennt man Texturen, die eigentlich auch aus einem „Modern Warfare 1“ stammen könnten. Die vielen Explosionen und das ganze Geballer lenken gut vom genauen Hinschauen ab. Optisch ist der neuste Teil nicht ‚Modern‘. Wie auch jeder weiß, bestehen die „Call of Duty“-Spiele aus vielen geskripteten Ereignissen, aber das soll nichts Schlechtes bedeuten. Alles fliegt einem um die Ohren, nur kann man selbst nichts in die Luft sprengen. Wie oft ich mich dabei erwischt habe, mir gewünscht zu haben, diese eine Mauer wegsprengen zu können. Dieser eine Gegner steht dahinter und bewegt sich kaum von der Stelle. Wenn er mal um die Ecke schaut, schießen meine Teamkollegen sofort auf diesen und versperren mit zu oft die Sicht. Schießt man dazu noch auf seine tollpatschigen Partner, die übrigens zu dumm sind, um einen Gegner auf der anderen Seite der Kiste zu erledigen, endet das Geschehene in einem ‚Game Over‘, weil man nicht auf seine Verbündeten schießen darf. Verständlich, aber wieso müssen diese einem dann immer genau ins Fadenkreuz laufen? Eine KI, die den IQ von Brot hat, hilft einem nicht wirklich in diesem Spiel, denn mit solchen Partnern könnte man auch lieber ganz allein durch das Spiel laufen. Das sollte aber nicht der Sinn des Spiels sein, denn einen Krieg gewinnt man nicht allein.

 

Der Mehrspieler- und Spezialeinheitenmodus

Genau aus diesem Grund gibt es den Mehrspieler- und Spezialeinheitenmodus. Im Mehrspielermodus könnt ihr, wie aus den vorherigen Teilen gewöhnt, gegen andere Spieler online antreten und euer Können messen. Natürlich gibt es auch hier den ein oder anderen Schwachkopf, der in eurem Team landet, aber dies ist, meiner Erkenntnis nach, eher selten der Fall. Bei der Waffenauswahl hat sich nicht viel geändert, denn immerhin ist „Call of Duty“ kein „Ghost Recon“ und enthält somit nicht irgenwelche noch unbekannte Prototypen von Zukunfts-Waffen. Neue Mehrspielerkarten hat „Modern Warfare 3″ definitiv. Diese sind nach eigenem Geschmack aber viel zu verwinkelt und bieten Campern die besten Möglichkeiten einen beim Vorbeilaufen abzuschießen. Hier fühlt sich das Spiel echt nicht mehr als ein Map-Pack an. Wem das ganze Geballer online langsam aber sicher auf die Nerven geht, kann sich auch an dem Coop- oder dem Überlebenmodus im Spezialeinheitenmodus versuchen. Im Coop-Modus könnt ihr mit einem weiteren Spieler Missionen absolvieren, welche speziell für diesen Modus entwickelt wurden. Wem das zu wenig ist, der kann mit drei weiteren Spielern den Überlebenmodus spielen. In diesem stürmen mehrere Wellen von Gegnern nacheinander auf euer Team. Euer Ziel ist es, wie der Titel des Modus es schon verrät, zu überleben. Dabei habt ihr anfangs nichts außer einer Pistole. Mit dem Erschießen von Gegnern erhaltet ihr Geld und könnt euch somit andere Waffen leisten. Diese sind aber, wie im Mehrspieler, an euer Level gebunden. Das heißt, dass ihr euch erst hocharbeiten müsst. Der Modus ist eine gelungene Umsetzung des Zombie-Modus aus „Call of Duty: Black Ops“.

 

Fazit:

Ich bin von „Modern Warfare 3“ überrascht, und das positiv. Das letzte „Call of Duty“, das ich gespielt habe, war „Modern Warfare 1“ und von dem war ich angetan. Vom Einzelspieler wie vom Mehrspieler. Danach habe ich kein einziges „Call of Duty“ mehr gespielt und habe mir eine Meinung zu den darauf folgenden Spielen gebildet, ohne sie je gespielt zu haben. Genau deshalb kann ich in diesem Test keine Vergleiche zu den Spielen zwischen Modern Warfare 1 und 3 herstellen. Der Einzelspieler war zwar nach ein bisschen mehr als 6 Stunden durch, aber das Erlebnis, dass er mir geboten hat, werde ich so schnell nicht vergessen. Der Mehrspieler in den „Call of Duty“-Spielen bleibt bis auf kleinste Veränderungen gleich. Wie bei „Modern Warfare 1“ könnte mich der Mehrspieler im neusten Teil wieder Tage, wenn nicht Wochen lang vor den Bildschirm zerren. Ob man sich das Spiel jetzt kaufen möchte oder nicht, bleibt einem selbst überlassen. Wer immer den neusten Mehrspieler parat haben möchte, kann ruhig zugreifen, und wer den Abschluss der Story aus dem ersten und zweiten Modern Warfare sehen möchte, sollte auch zuschlagen.

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Über den Autor

Kevin Pietruschka
Redakteur
Ich schrieb regelmäßig die verschiedensten Artikel: Von News über Tests bis hin zu Berichten und Kolumnen.
Lieblingsspiele: Assassin's Creed (komplett), Gears of War (komplett), Red Dead Redemption