Eine Göttersimulation, wie ich sie mir schon immer gewünscht habe.

Ein mysteriöser Stamm benötigt Hilfe und beschwört einen uralten Geist, genannt Odem. Hier beginnt das Spiel. Eric Chahis „From Dust“ schickt einen als Begleiter und Hüter auf eine lange Reise in der die Menschen Wissen über ihre Vorfahren erlangen wollen. So wandern sie von einer Gegend in die Nächste. Als schützende Hand über die Menschen entscheiden kleinste Veränderungen über Leben und Tod. Der kleinste fromdust2Fehlgriff kann den Untergang für die Menschen bedeuten. Dabei ist die Kontrolle über die Elemente Erde, Lava und Wasser eine entscheidende Fähigkeit. Mit der linken Schultertaste lässt sich eines dieser Elemente heben und mit der rechten wieder absetzen.

Die drei Elemente reichen in „From Dust“ um eine wunderschöne oder grausame Welt zu schaffen. Lava formt Felsen und Gestein nach eigener Vorstellung. Mit Erde gestaltet man seine Landschaft nach belieben. Egal ob es ein flaches Gebiet oder eine von Hügeln durchzogene Landschaft sein soll. Wasser spielt, wie in der Realität, eine wichtige Rolle: Kein Wasser bedeutet kein Leben. Verbreitet sich langsam Vegetation übers Land, sieht man erste Urtiere durch’s Land ziehen.

Der Spieler taucht in seinen eigenen virtuellen Sandkasten ein, und wie in jedem Sandkasten gibt es auch hier welche, die einem die Schöpfung zunichte machen wollen. In diesem Fall sind es Vulkanausbrüche, Tsunamis und starke Regenfälle. Ist eine Flut von Lava und Wasser einmal in Bewegung, lässt sich das Unheil nur durch geschicktes Umlenken vom Dorf fernhalten. Eine Hilfe ist die anfangs gewöhnungsbedürftige fromdust3Steuerung nicht wirklich. Um einem das Leben erheblich zu erleichtern, gibt es spezielle Fähigkeiten, die freigeschaltet werden, wenn ein bestimmtes Totem auf der Karte von Menschen besiedelt wird. „Wasser gefrieren“ und „Verdunsten“ retten einen vor gefährlichen Wassermassen. Mit „Infinite Erde“ können kurzzeitig unmengen an Erde freigesetzt werden. „Odem-Ausdehnung“ erweitert für einige Sekunden die Aufnahmekapazität von Erde, Lava und Wasser. Eine der wichtigsten Waffen gegen die gefährliche Lava und das Wasser ist das „Wissen der Alten“, welches, einmal in ein Dorf eingebunden, eine unsichtbare Kuppel um das Dorf legt. Diese schützt vor jeglichen Lava-, Feuer- und Wasseraktivitäten. Meist ist es irgendwo unzugänglich auf der Map platziert. sodass man sich dieses erst durch geschicktes Erreichen verdient. Einmal in Besitz dieser Kraft, kann sie von einem Dorf an ein anderes weitergegeben werden. Im Prinzip schützt man in jedem Level, von denen es im Spiel übrigens 13 Stück gibt, sein Dorf vor irgendwelchem Übel um so heil in’s Nächste zu kommen. Hört sich leicht an, kann einen aber zur Verzweiflung treiben, wenn man ausversehen sein Dorf mit Lava trifft und es somit in die ewigen Jagdgründe schickt.

Als Nebenaufgabe gibt es die Stammeserinnerungen, welche Informationen über die Welt in „From Dust“ enthalten. Anfangs enthalten sie fromdustjedoch nichts. Wer alle Erinnerungen sammeln möchte, muss neben der Hauptaufgabe, noch zusätzlich kleine Steine auf der Map aufsuchen. Diese enthalten das verlorene Wissen über euren Stamm, aber wie ihr euch sicherlich denken könnt, sind diese ebenfalls nicht vorteilhaft platziert. Wer bestimmte Erinnerungen sein Eigen nennen kann, erfährt nützliche Informationen über die verschiedenen Pflanzen und Gebiete im Spiel. So lernt ihr beispielsweise die genaueren Eigenschaften der Wasser-, Feuer- und Knallbäume näher kennen. Einerseits erweisen sich Wasserbäume dann im Laufe des Spiels als wahrliche Retter, denn in Berührung mit Hitze lassen diese eine bestimmte Menge an Wasser und löschen somit gefährliche Brände, aber andererseits könnten sie auch euer Dorf überschwemmen.

Wem das Hauptspiel zu leicht war für den gibt es den Aufgabenmodus, an welchem man sich manchmal die Zähne ausbeißt. In den 30 Aufgaben, die auf einen zukommen, sind Schnelligkeit und Koordination gefragt. Zum Beispiel muss ein Dorf geschickt umgesiedelt werden, bevor der Vulkan, auf dem das Dorf liegt, zum Ausbruch kommt. Nach etlichen Neuversuchen und knappem Scheitern, sollte dieser Modus auch geschafft sein. Mit dem bestimmten Grad an Können habt ihr es vielleicht in der vorhandenen Bestenliste weit gebracht.

 

Fazit:

Wer ein Spiel erwartet, in dem er sich einfach zurücklehnen und zuschauen kann, ist fehl am Platz. „From Dust“ täuscht mit seinem Anfangs einladendem Aussehen, denn wenn die Naturgewalten erst in Rage kommen, hört der entspannte Spaß auf. Macht euch bereit in die Rolle eines Beschützers zu schlüpfen, der eventuell die ein oder andere Fehlentscheidung trifft und neustarten muss.

Optisch liefert der Arcade-Titel ein Freudenfest von Physik-Effekten, denn wenn man zusieht wie ein Tsunami langsam aber sicher auf euer Dorf zusteuert, kann man nie genug davon bekommen.

Erzählerisch fehlt einiges, wenn nicht sogar alles. Level für Level wiederholt sich die Aufgabe alle Totems zu besiedeln und in das nächste Land zu ziehen. Die insgesamt 12 Videosequenzen, welche zwischen den Levels zu sehen sind, sehen exakt gleich aus. Hier kommt die Frage auf, ob die Entwickler keine Zeit oder keine Lust hatten mehr Arbeit zu investieren.

Trotz der fehlenden Abwechslung wird man sich nach mindestens sechs Stunden sicher sein, dass sich der Kauf gelohnt hat.


Über den Autor

Kevin Pietruschka
Redakteur
Ich schrieb regelmäßig die verschiedensten Artikel: Von News über Tests bis hin zu Berichten und Kolumnen.
Lieblingsspiele: Assassin's Creed (komplett), Gears of War (komplett), Red Dead Redemption