Alles Gute hat ein Ende. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Die „Gears of War“-Reihe hat sogar drei Enden. Was sich neben dem Release in Deutschland noch so auf dem Planet Sera getan hat, erfahrt ihr hier im Test.

 

Der Fenix-Clan

Wir alle erinnern uns noch sehr gut an die Zeit, in der das Wort „Gears of War“ bei Politikern und Jugendschützern für Herzinfarkte gesorgt hat und es öffentlich nur als Gears of Indiziert oder Verboten of War bekannt war. Der Grund dafür war der hohe Grad an Gewalt, der sich komplett durch die drei Teile der „Gears of War“-Reihe zog. Verständlich also, dass es diese Reihe ungeschnitten so nie in Deutschland gegeben hat. Wenn man den aktuellen dritten Teil außer Acht lässt. Denn dieser bricht mit allen Regeln und kommt Uncut (!) in Deutschland auf dem Markt. Grund genug zur Freude für alle Fans der Reihe und jene, die es noch werden wollen. Haben wir den Heiligen Gral der Third-Person-Actionshooter, der aus Deutschland ein Land der Spiele macht?

Für alle, die die beiden Vorgänger nicht kennen beziehungsweise die gesamte Reihe – was verständlich ist, aber dennoch unter Strafe steht – hier eine kurze Zusammenfassung der Ereignissen, natürlich ohne Spoiler: Marcus Fenix, der Held der Reihe, kämpft mit seinen Gears-Gears of War 3Freunden von der KOR, Koalition der ordentlichen Regierungen, auf Sera gegen die Locus, komische Dinger, die auf Deutsch Heuschrecken heißen, aber nichts mit den Insekten zu tun haben, dennoch irgendwie komisch sind. Marcus Fenix hat es geschafft mit einer Bombe viele Tunnel der Locus zu zerstören. Diese aber überlebten den Überfall und so kämpft man auch im zweiten Teil gegen die Locus, aber auch die Locus haben so ihre Probleme, denn viele Locus mutieren und so gibt es im dritten Teil den zweiten Feind – die Leuchtenden. Also steht die Rettung der Welt im Vordergrund. Nicht mehr und nicht weniger. Dass das nicht alles an Story war, dürfte jedem nicht „Call of Duty“-Spieler sofort auffallen und das ist auch der Kern des dritten Teils von „Gears of War“. Denn hier spielt die charakterliche Entwicklung eine so große Rolle, dass man fast die Rettung der Welt vergisst. Wo der erste Teil noch mit platten Charaktern daherkam, formte der zweite Teil schon richtige glaubwürde Menschen auf dem Bildschirm. Teil drei vollendet dieses Kunstwerk zu vollständigen Menschen mit Leben, Charakter und Emotionen. Noch nie waren Tode so emotional und Tränen treibend auf dem Bildschirm eines Actionspiels gezaubert worden wie hier. Da können selbst ein paar Rollenspiele eine Scheibe davon abschneiden. Gut, die Story verdient wirklich keine Romanpreise und ist im Grunde ziemlich 08/15, aber sie gehört zu einen der besten, auf dem Videospiele-Markt!

 

Präsentation de central

Aber auch eine gute Story muss passend präsentiert werden und auch hier hat Epic Games alles aus der Reihe geholt und eine perfekt abgestimmte, filmreife Präsentation auf den Bildschirm gezaubert, die einen nur so zum Sabbern bringt. Musik, Kamera und die Nachricht, die mit dieser Szene übermittelt wird, sind fast perfekt zusammengemixt worden. Einige Fehler gibt es da dennoch. So läuft die Synchronisation im Deutschen zwar auf einem durchweg sehr hohem Niveau, mit ein paar sehr komischen ausreißern nach ganz weit unten, dennoch läuft sie nie ganz Lippensynchron und ist nur zufälligerweise mal auf den Lippen. Ansonsten läuft die Tonabmischung sehr gut – also Stimmen sind immer lauter als der Hintergrund – nur oft wird zu früh bei kurzer Entfernung auf den Funk Effekt geschaltet, was bei KI-Kollegen, die neben einen stehen verwunderlich ist.

 

Kaka Iiiii und die Technik

Ganz besonders viel Aufmerksamkeit schenkten die Jungs von Epic Games ihrer hauseigenen Unreal Engine 3.5. Aus der fast schon fünf Jahre alten Engine und der fast genauso alten Xbox 360 holte Epic Games das Beste, was es bis dahin auf dem Konsolenmarkt je gegeben hat. „Gears of War 3“ ist Gears of War 3einfach nur ein Traum. Mit einer sehr großen Weitsicht, malerischen Farben – anders als die bisherigen Teil, die nur graubraune Töne hatten, sprießen bei „Gears of War 3“ buntere Farben hervor. Die Animationen sind klasse und das Art Design fantastisch. Dabei sorgt die Engine für oft flüssige Verhältnisse, obwohl bei den automatischen Speicherungen das Spiel anfängt zu ruckeln. Doch auch die schöne Grafik hat ihre Schattenseiten. So sind fast alle Texturen hässlich und schwach aufgelöst und die Gesichter der Charaktere einfach nur Gummigesichter. Aber meckern kann man viel, so sollte man sich immer in den Hinterkopf rufen, dass die Engine ganze fünf Jahre alt ist und dennoch, selbst auf der Xbox 360, eine so malerische Grafik zaubern kann. Wie weiter oben schon erwähnt, gibt es nur automatische Speicherpunkte, die aber meist gut gelegt sind und beim Tod gern besucht werden. Doch oft verflucht man die Speicherpunkte, da diese innerhalb der Levels sehr spärlich verteilt sind und Tode zum Nervenakt gehört. Doch ein Tod ist nicht gleich ein Tod, da man, falls man zu viele Treffer eingesteckt haben sollte, zu erst zu Boden geht und sich durch oftmaliges Drücken auf die ‚A‘-Taste vor den Gegnern verstecken kann, bis einen die KI-Kollegen retten. Das machen sie recht gut. Sogar ihre Fähigkeit als aktive Kampf-Unterstützung ist sehr gut zu gebrauchen, obwohl sie oft grenzwertig in Gegnerhorden rennt oder mir einfach den Weg versperrt. Als gelungen kann man auch die gegenrische KI bezeichnen, die aktiv Deckung sucht, Granaten wirft und versucht, uns zu umringen. Dennoch stellt sie keine Höchstleistungen auf und ist somit nicht mehr als reines Kanonenfutter.

 

Schwierigkeitsgrad des Teufels

Zum Tod kommt es in Gears of War 3 oft, vorausgesetzt man traut sich an die höheren Schwierigkeitsgrade heran. So sind die ersten zwei Grade – Leicht und Mittel – viel zu leicht geraten, vor allem weil Teil 1 und 2 deutlich schwieriger sind als der dritte Teil. Somit bekommt man erst mit dem dritten und vierten Grad – Hardcore und Wahnsinnig – die Gears of War 3richtige Herausforderung und ein Spiel, wie man es von Teil 1 und 2 erwartet hat. Schade. Doch leicht ist „Gears of War 3“ gar nicht. So überrennen einen Massen von Locus – von kleinen bis riesengroßen ist alles dabei – die jeweils andere Taktiken benötigen und von uns gen Hölle geschickt werden wollen. Doch wenn man denkt, dass das Kononenfutter an Locus zu langweilig wird, der wird mit den Bossgegnern nur so seine Freude haben. Sie benötigen verschiedene Taktiken und sind schon knackig schwer – auf dem richtigen Schwierigkeitsgrad natürlich. Leider vergaß Epic Games ein paar Bossgegner und so finden sich im gesamten Spiel viel zu wenige Bossgegner. Was eigentlich schade ist, da die Bosskämpfe der „Gears of War“-Reihe zu den fantastischsten der Spielewelt gehören. Schön viel Abwechslung gibt es nicht nur bei den Gegnern, sondern auch bei den Missionen. Von Nahrungsmittelbeschaffung per coolem Mech über die Suche nach Bomben bis hin zur atmosphärischen Mission in einer Geisterstadt, ist alles dabei und es ist alles einfach nur fantastisch. Selbst in den ersten Stunden gibt es mehr Abwechslung als in einem „Call of Duty“.

 

Alles reine Handarbeit

Die Steuerung ist, wie sie schon in den ersten beiden Teilen war, perfekt und geht flüssig von der Hand. Nah- sowie Fernkampf wechselt man blitzschnell und so kann man wunderbar durch die Locus-Gruppen zu Felde ziehen. Noch ein Wort zum Umfang. Neben dem Singleplayer findet sich auf der Disk der fantastische Koop-Teil, der mit bis zu 3 Freunden bestritten werden kann. Also ein Koop, in dem man die gesamte Singleplayer-Kampange durchspielen kann – per Splitscreen oder Netz ist eine Seltenheit auf dem Markt und einfach nur klasse. Neben dem Koop gibt es noch den Bestien-Modus, in dem man als Locus gegen menschliche KI-Gegner zu Felde zieht. Der Horde-Modus, in dem man Wellen von Locus überleben muss, mit Basisbau! Zum Schluss noch der standardmäßige Multiplayer mit Deathmatch und Co. Ein dickes Paket, welches man hier neben dem Singleplayer erhält.

 

Der Multiplayer-Test sowie ein Fazit von Kevin Pietruschka wird nachgereicht.

 

Fazit von Tony:

Ach, ich liebe „Gears of War 3“. Schon seit dem ersten Teil bin ich riesiger „Gears of War“-Fan und die Trillogie fand ihren würdigen und fantastischen Abschluss. Bombastische Grafik, toller Sound, atmosphärische Missionen und eine gelungene Story machen den Singleplayer-Teil zu einem Genuss für Gears-Fans und jene, die es noch unbedingt werden müssen! Auch „Gears of War 3“ hat so seine Fehler. Nur stehen diese in einem sehr kleinen Verhältnis zu dem Gesamtpaket, welshalb ich eine bedenkenlose Kaufempfehlung für alle Xbox 360-Besitzer und Zocker über 18 Jahren aussprechen kann. Der letzte Teil der „Gears of War“-Reihe ist eine Wucht!


Über den Autor

Tony Klemm
Redakteur
Ich kümmer mich um den Video Bereich, die Community sowie dies und jenes. Außerdem schreibe ich Tests, Kolumnen und Artikel.
Lieblingsspiele: BioShock 1&2, Alan Wake, The Witcher 1&2, Assassins Creed (komplett)